
Die TÜV Mobility Studie 2026 zeigt einen deutlichen Wunsch nach einem stärkeren öffentlichen Personennahverkehr. Besonders in ländlichen Regionen sprechen sich viele Befragte für einen Ausbau von Bus und Bahn aus. Für Busunternehmen stellt sich damit neben Fahrzeugen, Finanzierung und Infrastruktur eine weitere zentrale Frage: Steht ausreichend qualifiziertes Fahrpersonal zur Verfügung, um bestehende und zusätzliche Verkehrsleistungen zuverlässig abzudecken?
Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands 2.504 Personen ab 18 Jahren in Deutschland. Die Befragung fand vom 19. März bis 10. April 2026 statt.
Bus und Bahn gehören für einen Teil der Bevölkerung fest zum Alltag, die Nutzung unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen Stadt und Land. Insgesamt nutzen laut Studie 20 Prozent der Befragten den ÖPNV täglich oder mindestens einmal pro Woche.
Besonders deutlich wird das Stadt-Land-Gefälle: In Orten mit weniger als 100.000 Einwohnern nutzen nur acht bis zwölf Prozent den ÖPNV mindestens einmal wöchentlich. In Großstädten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern sind es 35 Prozent, in Metropolen sogar 47 Prozent. Der TÜV-Verband sieht darin einen deutlichen Nachholbedarf beim öffentlichen Verkehrsangebot außerhalb der Ballungsräume.
Die reine Nutzungshäufigkeit erzählt dabei nur einen Teil der Geschichte. Entscheidend ist auch, ob Bus und Bahn im Alltag eine verlässliche Alternative zum eigenen Pkw darstellen – etwa für den Arbeitsweg, Termine oder andere tägliche Wege.
92 Prozent der Befragten befürworten einen Ausbau des ÖPNV in ländlichen Regionen. Für 93 Prozent ist ein zuverlässig funktionierender öffentlicher Nahverkehr wichtig oder sehr wichtig für die Lebensqualität.
Auch weitere Ergebnisse unterstreichen den Stellenwert des ÖPNV: 76 Prozent wünschen sich eine stärkere politische Förderung von Bus und Bahn. Gleichzeitig halten 91 Prozent den Ausbau des ÖPNV für geeignet, um den Pkw-Verkehr in Innenstädten zu reduzieren.
Neben Verlässlichkeit spielt auch der Preis eine wichtige Rolle. 85 Prozent der Befragten wünschen sich günstigere Tickets. Für Politik und Verkehrsunternehmen entsteht damit eine anspruchsvolle Aufgabe: Der ÖPNV soll bezahlbar, zuverlässig und gleichzeitig leistungsfähig sein.
Soll das von vielen Befragten gewünschte Angebot ausgebaut und gleichzeitig zuverlässig betrieben werden, müssen entsprechende Kapazitäten vorhanden sein. Dazu gehören neben Fahrzeugen und Infrastruktur auch ausreichend qualifizierte Busfahrerinnen und Busfahrer.
Gerade beim Fahrpersonal besteht bereits heute Handlungsbedarf. Ein dichterer Takt oder zusätzliche Verbindungen lassen sich nur umsetzen, wenn die geplanten Dienste auch besetzt werden können. Für Busunternehmen wird eine vorausschauende Personalplanung deshalb zu einem wichtigen Bestandteil der weiteren Angebotsentwicklung.
Der bestehende Busfahrermangel verschärft diese Herausforderung zusätzlich. Personalgewinnung sollte deshalb nicht erst beginnen, wenn einzelne Dienste bereits unbesetzt bleiben.
Ein verlässlicher Fahrplan nützt wenig, wenn am Ende die Fahrerinnen und Fahrer fehlen.
Die TÜV Mobility Studie 2026 zeigt, dass sich viele Menschen einen stärkeren, zuverlässigeren und besser erreichbaren öffentlichen Nahverkehr wünschen. Insbesondere im ländlichen Raum besteht aus Sicht der Befragten Verbesserungsbedarf.
Verkehrsunternehmen müssen ihre Personalplanung frühzeitig auf zukünftige Anforderungen ausrichten. Gleichzeitig braucht es politische und finanzielle Rahmenbedingungen, die einen verlässlichen Ausbau des ÖPNV überhaupt ermöglichen. Denn zusätzliche Verbindungen, moderne Fahrzeuge und mehr Fahrpersonal lassen sich nur dann dauerhaft sichern, wenn die notwendigen Mittel und Strukturen vorhanden sind.
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Quelle: TÜV-Verband, TÜV Mobility Studie 2026,veröffentlicht am 25. August 2026.