Busfahrermangel: Warum die Branche jetzt handeln muss

16.07.2026

Der Busfahrermangel ist längst Realität, nicht mehr nur eine Zukunftssorge. Viele Stellen bleiben heute schon unbesetzt, während gleichzeitig ein großer Teil des Fahrpersonals kurz vor dem Ruhestand steht. Für Busunternehmen heißt das: Wer jetzt nicht handelt, gerät in den kommenden Jahren zunehmend unter Druck.

Wie groß die Lücke tatsächlich ist, zeigt eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA):

  • 4 von 10 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrern in Deutschland sind mindestens 55 Jahre alt.
  • Über 60.000 Beschäftigte könnten in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden.
  • Mehr als 10.000 Fahrerinnen und Fahrer sind bereits 65 Jahre oder älter – ein Teil des heutigen Fahrbetriebs ruht also schon jetzt auf Menschen, die das reguläre Rentenalter längst erreicht haben.

Eine Ursache allein erklärt den Mangel nicht

Bezahlung, Schichtarbeit und die hohe Verantwortung im Fahrdienst werden in der Diskussion häufig als Gründe genannt. Wer mehr Menschen für den Beruf gewinnen will, muss deshalb zuerst an attraktiven und verlässlichen Arbeitsbedingungen ansetzen – das allein wird die Lücke aber nicht schließen.

Gleichzeitig gewinnt internationales Recruiting an Bedeutung. Geeignetes Fahrpersonal findet sich längst nicht mehr nur auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Einstellung internationaler Fahrerinnen und Fahrer bringt allerdings zusätzliche Aufgaben mit sich, etwa bei Sprachkenntnissen, Dokumenten, Qualifikationen, Unterkunft und Integration. Genau hier braucht es klare Prozesse bei Vorauswahl, Sprachqualifizierung, Einreise und Integration, damit aus einer grundsätzlich größeren Bewerberbasis auch tatsächlich einsatzfähiges Fahrpersonal wird.

Auch der Einstieg in den Beruf ist für viele Menschen eine hohe Hürde. Busführerschein und Qualifizierung kosten Zeit und Geld, oft mehrere Tausend Euro. Schnellere Qualifizierungswege, eine bessere Förderung und bezahlbarere Führerscheine könnten den Beruf für mehr Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger öffnen, die sonst vor den Kosten zurückschrecken.

Löst autonomes Fahren das Problem?

Autonome Busse könnten den öffentlichen Verkehr langfristig verändern. Wann die Technologie jedoch flächendeckend einsetzbar ist und wie stark sie den Personalbedarf tatsächlich senkt, ist offen. Für Busunternehmen wäre es riskant, mit der Personalgewinnung zu warten und allein auf technische Entwicklungen zu setzen: Der Bedarf besteht bereits heute und wird durch die bevorstehenden Renteneintritte weiter steigen.

Warten ist keine Personalstrategie

Der Busfahrermangel wird sich nicht durch eine einzelne Maßnahme lösen lassen. Attraktive Arbeitsbedingungen, internationale Rekrutierung, neue Qualifizierungswege und technische Entwicklungen müssen zusammengedacht werden. Für Unternehmen bedeutet das vor allem: Personalbedarf frühzeitig erkennen, Recruitingwege erweitern und neue Beschäftigte beim Einstieg zuverlässig begleiten.

Genau hier setzen wir an. Als spezialisierte Personalvermittlung unterstützt Workforce Solutions Germany Busunternehmen dabei, geeignetes Fahrpersonal zu finden, vorauszuwählen und bis zum erfolgreichen Einstieg zu begleiten – national wie international. So bleibt der Fahrbetrieb auch dann verlässlich besetzt, wenn erfahrene Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gehen.

Sie möchten wissen, wie sich Ihr Unternehmen konkret auf die kommenden Renteneintritte vorbereiten kann? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gern.

Quelle der Beschäftigtenzahlen: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, KOFA-Studie 4/2026.