
Das ÖPNV-Kundenbarometer 2026 zeigt eine positive Entwicklung: Mehr Menschen nutzen Busse und Bahnen regelmäßig, auch die Zufriedenheit der Fahrgäste hat sich leicht verbessert. Für Verkehrsunternehmen ist das ein gutes Signal. Gleichzeitig muss ein wachsendes Angebot dauerhaft zuverlässig betrieben werden und dafür braucht es neben Fahrzeugen und Finanzierung auch ausreichend Personal.
Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nutzt inzwischen rund die Hälfte der Befragten den ÖPNV mindestens einmal im Monat. Die allgemeine Kundenzufriedenheit verbesserte sich gegenüber 2024 leicht von 2,95 auf 2,90 auf einer Skala von 1 „sehr zufrieden“ bis 5 „unzufrieden“. Grundlage sind 2.213 Interviews, die das Marktforschungsinstitut Kantar im April 2026 im Auftrag des VDV durchgeführt hat.
Was macht guten ÖPNV aus?
Ein attraktiver ÖPNV hängt nicht nur von modernen Fahrzeugen und digitalen Angeboten ab. Auch Verbindungen, Taktung, Service und der Kontakt zum Personal beeinflussen, wie Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr erleben.
Das Kundenbarometer zeigt Verbesserungen unter anderem bei digitalen Tickets, Linien- und Streckennetzen, Anschlüssen und Taktfrequenzen. Positiv bewertet wird auch die Freundlichkeit des Personals. Gleichzeitig verweist der VDV darauf, dass Verkehrsunternehmen langfristige Planungssicherheit brauchen, um ihr Angebot zu stabilisieren, Fahrzeuge zu modernisieren und Personal zu gewinnen.
Gerade dieser Punkt ist für Busunternehmen entscheidend: Mehr Nachfrage und höhere Qualitätsansprüche lassen sich nur bedienen, wenn die notwendigen Kapazitäten vorhanden sind. Der VDV fordert deshalb, bestehende Angebote abzusichern und dort auszubauen, wo zusätzlicher Bedarf entsteht.
Warum bleibt Fahrpersonal ein zentraler Faktor?
Ausreichendes Fahrpersonal ist eine Grundvoraussetzung für einen stabilen Busbetrieb. Fehlen Fahrerinnen und Fahrer, können vorhandene Fahrzeuge nicht eingesetzt und geplante Verkehrsleistungen nicht vollständig erbracht werden.
Das gewinnt zusätzlich an Bedeutung, wenn immer mehr Menschen den ÖPNV regelmäßig nutzen. Mehr Fahrgäste bedeuten nicht automatisch mehr Fahrten, sie erhöhen aber den Anspruch, bestehende Leistungen zuverlässig anzubieten und benötigte Kapazitäten bereitzuhalten. Dazu gehören neben Fahrzeugen und Finanzierung auch die entsprechenden personellen Ressourcen.
Der VDV nennt die Gewinnung von Personal ausdrücklich als eine Aufgabe, für die Verkehrsunternehmen verlässliche finanzielle und planerische Rahmenbedingungen benötigen. Angesichts des anhaltenden Busfahrermangels wird eine frühzeitige Personalplanung damit umso wichtiger.
Fahrzeuge können beschafft und Fahrpläne geplant werden – gefahren werden müssen die Leistungen am Ende von qualifiziertem Personal.
Sicherheit betrifft auch die Beschäftigten
Sicherheit ist nicht nur aus Sicht der Fahrgäste relevant. In einer Sonderauswertung des Kundenbarometers richtet der VDV den Blick ausdrücklich auch auf die Beschäftigten der Verkehrsunternehmen. Neben technischen Maßnahmen nennt der Verband zusätzliche Präsenz, Qualifizierung und den Schutz des Personals als wichtige Bestandteile eines sicheren ÖPNV.
77 Prozent der Befragten befürworten Videoüberwachung im ÖPNV, 74 Prozent regelmäßige Ticketkontrollen. Bodycams und Zwei-Personen-Teams werden insbesondere mit dem Schutz des Kontrollpersonals verbunden.
VDV-Präsident Ingo Wortmann fasst einen zentralen Punkt so zusammen: „Persönliche Sicherheit ist ein zentrales Leistungsversprechen des ÖPNV.“ Dieses Versprechen bezieht der Verband ausdrücklich auf Fahrgäste und Beschäftigte.
Für Verkehrsunternehmen ist das auch mit Blick auf ihre Personalstrategie relevant. Wer Beschäftigte gewinnen und langfristig halten möchte, muss neben Qualifizierung und guten Arbeitsbedingungen auch ihren Schutz im Betriebsalltag berücksichtigen.
Personalbedarf frühzeitig absichern
Das ÖPNV-Kundenbarometer zeigt, dass sich Investitionen in Qualität und Angebot bemerkbar machen. Gleichzeitig steigen mit einer stärkeren Nutzung die Anforderungen an einen stabilen Betrieb. Personalgewinnung sollte deshalb nicht erst dann beginnen, wenn Dienste bereits unbesetzt bleiben.
Eine vorausschauende Personalplanung schafft mehr Handlungsspielraum und kann helfen, bestehende Kapazitäten abzusichern. Gerade bei schwer zu besetzenden Fahrerstellen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Recruitingwege frühzeitig einzubeziehen.
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Quellen: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), VDV-Kundenbarometer 2026 sowie Sonderauswertung Sicherheit, 27. und 31. August 2026.