E-Bus-Förderung vor Kürzung: Was Busunternehmen jetzt wissen müssen

03.08.2026

Die E-Bus-Förderung des Bundes könnte im Jahr 2027 deutlich geringer ausfallen als bisher vorgesehen. Nach dem aktuellen Entwurf für den Klima- und Transformationsfonds sollen für die Beschaffung von Bussen mit alternativen Antrieben nur noch rund 130 Millionen Euro bereitstehen. Im bisherigen Haushaltsansatz waren es 403 Millionen Euro.

Die verfügbaren Mittel würden damit um knapp 68 Prozent sinken. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen kritisiert die Pläne und warnt vor negativen Folgen für Verkehrsunternehmen, Bushersteller und Zulieferer.

Warum die E-Bus-Förderung wichtig ist

Bis zum Jahr 2030 sollen bis zu 50 Prozent der Stadtbusse in Deutschland elektrisch fahren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Verkehrsunternehmen jedoch deutlich mehr investieren als nur in neue Fahrzeuge.

Zur Umstellung gehören beispielsweise der Aufbau einer geeigneten Ladeinfrastruktur, leistungsfähige Netzanschlüsse und die Anpassung von Werkstätten und Betriebshöfen. Gleichzeitig verändern sich betriebliche Abläufe und die Anforderungen an das technische Personal sowie das Fahrpersonal.

Besonders für kleinere und mittelständische Busunternehmen sind solche Investitionen nur mit verlässlichen finanziellen Rahmenbedingungen planbar. Werden Förderprogramme kurzfristig reduziert oder verändert, müssen vorbereitete Projekte möglicherweise verschoben oder neu kalkuliert werden.

Langfristige Planung wird schwieriger

Nicht nur die vorgesehene Förderung für 2027 steht in der Kritik. Auch für die darauffolgenden Jahre fallen die geplanten Mittel vergleichsweise niedrig aus.

Für die Jahre 2028 bis 2031 sind nach Angaben des VDV Beträge von 20, 32, 48 und 100 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt sollen laut Regierungsentwurf bis 2033 rund 262 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Im vorherigen Haushaltsansatz waren es noch 519 Millionen Euro.

Für Busunternehmen in Deutschland entsteht dadurch eine schwierige Situation: Einerseits sollen die Flotten schrittweise auf emissionsfreie Antriebe umgestellt werden. Andererseits fehlt eine langfristig verlässliche Grundlage für die dafür notwendigen Investitionen.

Noch ist die Kürzung nicht endgültig

Bei den genannten Summen handelt es sich zunächst um die Planungen der Bundesregierung. Im weiteren Haushaltsverfahren kann der Deutsche Bundestag noch Änderungen vornehmen. Der VDV fordert daher, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und die Förderung für Busse mit alternativen Antrieben langfristig abzusichern.

Verkehrsunternehmen sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und anstehende Investitionen frühzeitig überprüfen. Dabei sollten nicht nur die Kosten für Fahrzeuge betrachtet werden. Auch Ladeinfrastruktur, Betriebshöfe, Wartung, Qualifizierungen und die zukünftige Personalplanung müssen berücksichtigt werden.

Technik, Finanzierung und Personal gemeinsam planen

Die Umstellung auf alternative Antriebe verändert den gesamten Busbetrieb. Damit neue Fahrzeuge zuverlässig eingesetzt werden können, müssen technische Voraussetzungen, betriebliche Abläufe und qualifiziertes Personal zusammenpassen.

Ohne eine verlässliche Förderung besteht die Gefahr, dass Busunternehmen geplante Investitionen verschieben oder den Umstieg auf alternative Antriebe langsamer umsetzen als vorgesehen.

Parallel zur Antriebswende bleibt auch der Busfahrermangel eine zentrale Herausforderung für die Branche. Investitionen in moderne Fahrzeuge können ihren Nutzen nur entfalten, wenn genügend Fahrerinnen und Fahrer für einen stabilen Fahrbetrieb zur Verfügung stehen.

Quellen: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, OMNIBUSREVUE und WAZ, Juli 2026.